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Bad Urach elektrisiert! Der erste E-Bus bei Bottenschein Reisen - Test im Stadtverkehr

Bereits im vergangenen Jahr hat es Geschäftsführer Horst Bottenschein im Gemeinderat angekündigt: Das Unternehmen Bottenschein Reisen, langjähriger Partner der Stadtwerke Bad Urach und Auftragnehmer für den Stadtverkehr, plant erstmals in der Region einen Testlauf mit einem hochmodernen E-Bus. Auserwählt für den Feldversuch ist die Linie 108 in Bad Urach, denn um den neuen Bus auf Herz und Nieren zu testen, bringt die Stadt topografisch beste Voraussetzungen mit.

Nun ist es endlich soweit - vom 15. bis 29. März ist der rein elektrisch betriebene E-WAY des Herstellers Iveco Bus auf den Straßen Bad Urachs zu sehen. Neben einem Hybridbus, der schon im Fuhrpark von Bottenschein Reisen läuft, bedeutet der E-Bus auch für das Unternehmen ein Stück Neuland. Gespannt wird daher auf das Ergebnis des zweiwöchigen Tests geblickt.

Der Bus ist ganz im Zeichen der Mobilitätswende bereits deutschlandweit für Testfahrten im Einsatz. Iveco Bus verstärkt damit seinen Fokus auf nachhaltige Beförderungslösungen und den Ausbau seines Elektromobilitätsangebots. Die immer bedeutsamer werdende Debatte um die Zukunft der Mobilität stellt auch für Bottenschein Reisen schon länger ein wichtiges Thema dar. Denn seitens der EU werden in den kommenden Jahren mit der Clean Vehicles Directive - kurz CVD - die Richtlinien für neue Linienbusse in der Personenbeförderung deutlich strenger.

Angetrieben wird der 12 Meter lange E-WAY extrem leise durch einen 120 kW-Elektromotor. Dies schont die Anwohner entlang der Fahrstrecke und sorgt für eine optimale Akustik im Innenraum. Die ZEN-Batterien auf dem Dach und am Heck des Fahrzeugs laden über Nacht, so ist der Bus jeden Morgen ohne zusätzliches Laden gerüstet für den Tag im Stadtverkehr. Durch die Verteilung der Batterien ist der Zugang zum Niederflurbereich nach wie vor möglich und die Fahrgastkapazität erreicht 83 Personen. Zusammen mit dem leisen, vibrationsfreien Lauf, einer gleichmäßigen Beschleunigung sowie einem geräumigen, sorgfältig gestalteten Innenraum bietet der Bus damit einen hohen Komfort für die Fahrgäste.

Neben dem spannenden Projekt E-Mobilität ist Bottenschein Reisen darüber hinaus auch im Bereich Wasserstofftechnologie als Mitglied im HyStarter-Projekt des Landkreises Reutlingen aktiv. „Klimaschutz und Luftqualität sind für uns sehr wichtige Themen und wir möchten unser Unternehmen als nachhaltiger Mobilitätsdienstleister aufstellen“ so Horst Bottenschein. „In Fahrzeugen mit der Brennstoffzellentechnologie sehen wir neben den rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen ein großes Entwicklungspotential mit dem großen Vorteil einer kurzen Betankungszeit ähnlich den bisherigen Dieselfahrzeugen“. Horst Bottenschein freut sich, dass der Landkreis Reutlingen schon seit vielen Jahren proaktiv nachhaltige Regionalentwicklung betreibt und damit zusammen mit verschiedenen regionalen Akteuren eine gute Grundlage für den Aufbau einer Wasserstoffregion schafft. Bereits im April will er auch eine Testfahrt mit einem Brennstoffzellenbus in Bad Urach unternehmen.

Große Herausforderungen bergen die neuen Antriebstechnologien allerdings für die Infrastruktur des Unternehmens. „Schon jetzt mussten am Standort St. Johann, wo der E-Bus nachts geladen wird, alle anderen Verbraucher abgeschaltet solange werden, um diesen vollladen zu können. Schon für einen zweiten E-Bus müsste dort massiv in das Stromnetz investiert werden.“ Auch eine Wasserstofftankstelle ist mit massiven Investitionen verbunden. Da ein rein elektrisch betriebener Bus rund 500.000 Euro kostet und ein Wasserstoffbus sogar zwischen 600.000 Euro und 700.000 Euro, will Horst Bottenschein auch Fahrzeuge mit synthetischen Kraftstoffen erproben. „Wir sollten das Thema Zero Emission als Ziel haben - dies aber vor allem technologieoffen angehen.“, so Bottenschein.

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